Zielerreichung der Wasserrahmenrichtlinie gefährdet?

Pressemitteilung 2018/04/25 Der Fischereiverband NRW beklagt den schlechten Zustand unserer Flüsse und Bäche!

Foto: Dr. Olaf Niepagenkemper

Der Fischereiverband NRW beklagt den schlechten Zustand unserer Flüsse und Bäche! Unseren Gewässern in Deutschland geht es nicht gut! Über 90 % befinden sich ökologisch in keinem guten Zustand. Zahlreiche Fischarten und andere Gewässerbewohner kehren nicht zurück, obwohl Renaturierun-gen stattgefunden haben. Die Wasserqualität hat sich zwar in den letzten Jahren deutlich verbessert – so wurden z. B. Kläranlagen technisch aufge-rüstet – jedoch sind die meisten unserer Fließgewässer weiterhin begradigt, massiv befestigt und vielfach aufgestaut und mit Nährstoffen aus der Land-wirtschaft überfrachtet.
Bis zum Jahr 2015 hatte die Europäische Union eine Frist gesetzt, den gu-ten ökologischen Zustand der Gewässer zu erreichen. So fordert es die schon seit dem Jahr 2000 in Kraft getretene Europäische Wasserrahmen-richtlinie. Diese Frist wurde verletzt! Nur unter ganz bestimmten Ausnah-men kann man eine Fristverlängerung in Anspruch nehmen, z. B. wenn Kosten für Maßnahmen unverhältnismäßig teuer oder technisch nicht durchführbar sind. Diese letzte Frist läuft im Jahr 2027 aus. Es verbleiben gerade einmal gute 8 Jahre für die Zielerreichung. Wie soll das gehen, wenn man in 15 Jahren nur 10 % ökologisch intakte Gewässer geschaffen hat?
Der Fischereiverband NRW setzt sich für die Wiederansiedlung von gefähr-deten Fischarten wie z.B. Lachs und Quappe und den Aufbau und den Er-halt von heimischen Fischbeständen ein. Faktoren wie die unzureichende Durchgängigkeit, die Wasserkraft und der Eintrag von Nährstoffen und Feinsedimente konterkarieren diese Bemühungen erheblich. Laut Europäi-scher Wasserrahmenrichtlinie müssen die Ziele spätestens bis 2027 erreicht werden. Für den Erfolg müssen die Bemühungen erheblich gesteigert werden.

 

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